Der erste Schnee

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Porzellankopfpuppen der Manufakturen Armand Marseille, König & Wernicke, Bruno Schmidt, 1900 bis 1915 in winterlicher Ausstattung

Der erste Schnee

Ei du liebe, liebe Zeit, ei wie hat’s geschneit, geschneit!
Rings herum, wie ich mich dreh, nichts als Schnee und lauter Schnee.
Wald und Wiesen, Hof und Hecken, alles steckt in weißen Decken!
Und im Garten jeder Baum, jedes Bäumchen voller Flaum!

Auf dem Sims, dem Blumenbrett liegt er wie ein Federbett!
Auf den Dächern um und um nichts als Baumwoll‘ rings herum!
Und der Schlot vom Nachbarhaus, wie possierlich sieht der aus:
hat ein weißes Müllerkäppchen, hat ein weißes Müllerjöppchen!
Meint man nicht, wenn er so raucht, daß er just ein Pfeiflein schmaucht?
Und im Hof der Pumpenstock hat gar einen Zottelrock,
und die pudrige Perücke und den Haarzopf im Genicke
und die ellenlange Nase geht schier vor bis an die Straße!
Und erst gar draußen vor dem Haus! – wär‘ nur erst die Schule aus!
Aber dann, wenn’s noch so stürmt, wird ein Schneemann aufgetürmt,
dick und rund und rund und dick, steht er da im Augenblick.
Auf dem Kopf als Hut ‘nen Tiegel und am Arm den langen Prügel
und die Füße tief im Schnee: und wir ringsherum, juhe!
Ei, ihr lieben Leut‘, was ist heut‘ das eine Freud‘!

Friedrich Wilhelm Güll (1812-1879)

im himmel

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