Als das Kind Kind war, war es die Zeit der folgenden Fragen:
Warum bin ich ich und warum nicht du?
Warum bin ich hier und warum nicht dort? Wann begann die Zeit und wo endet der Raum?
Ist das Leben unter der Sonne nicht bloß ein Traum?
Ist was ich sehe und höre und rieche nicht bloß der Schein einer Welt vor der Welt?

(Wim Wenders)

Spielzeug sammeln


001Vor mehr als dreißig Jahren begann ich recht zufällig Spielzeug zu sammeln. Ich sah in einer Ausstellung historisches Spielzeug und war fasziniert von den Begleitern einer Kindheit, die längst vergangen ist.

Mir gefielen diese alten Spielsachen und ich begann mich zu beschäftigen. Aus welcher Zeit ist was, wie ist es hergestellt worden? Für welches Kind war es wohl gedacht und welche Intention verband der Schenkende wohl mit seinem Geschenk?

Meine Anfänge waren recht harmlos, ich wollte von jedem Ding eins haben, ein Puppenhaus, eine Porzellankopfpuppe, eine Puppenküche, einen alten Teddy, einen Kaufmannsladen. Mit jedem neuen Ding eröffnete sich eine neue kleine Welt. Manchmal ist es wie ein Blick durch das Schlüsselloch, durch das man nur einen kleinen Ausschnitt sieht und doch eine genaue Vorstellung vom gesamten Zimmer hat. Manchmal ist es wie der Blick in einen vorbeifahrenden Zug, wo man angestrengt in die Abteile schaut und nur ein Gesicht richtig erkennen möchte, aber erst viel später, als der Zug längst vorbei ist, stellt sich eine Farbe, ein Geruch, eine Erinnerung ein.

Ich erinnere mich noch gut an die Anfänge meiner Sammelleidenschaft. Der Kauf des nächsten Stückes für die Sammlung musste gut überlegt sein. Welche Aufregung, wenn ein Stück entdeckt und der Preis doch fast unerschwinglich. Welche Freude, wenn das Stück vorsichtig nach Hause transportiert, nun an seinen neuen Platz gestellt werden konnte. Noch ein Stück nach links, nein, und nochmal geschaut und nochmal gedreht, bis es dann seinen Platz gefunden hat.

Was da über Jahre anscheinend so ziellos zusammengetragen wurde, schien doch einer eigenen Systematik zu folgen. Aus einzelnen Stücken wurden kleine Szenen, die stets nach weiterer Ergänzung in passendem Stil, Größe und Zeit riefen. Manches hat sich über Jahre der Ergänzung erzogen, manches hat ganz selbstverständlich zueinander gefunden.

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